Our Childhood - Unsere Kindheit Dieses Forum wurde nach der Idee von Allice Miller's Ourchildhood Foren gegründet. Hier geht es um die Aufdeckung emotionaler Blindheit, die während der frühen Kindheit durch Misshandlung und Missbrauch entsteht und unser weiteres Leben beeinflusst
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Nina
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Anmeldedatum: 29.10.2008 Beiträge: 35 Wohnort: Frankfurt a.M.
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Verfasst am: 08.11.2008, 00:25 Titel: Was Alice Miller zur Partnerwahl sagt |
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Ich erlaube mir mal hier aus dem Buch von A.M. "Das Drama des begabten Kindes" zu zitieren:
"Der erste Schritt führt nicht zur Befreiung, sondern zur zwanghaften Wiederholung der Kindheitskonstellation, d.h. zum Erleben der Gefühle von quälender Scham und schmerzhafter Entblößung, die das "Sich zeigen" begleiten. Mit einer schlafwandlerischen Sicherheit wird sich der Analysand Menschen aussuchen, die genau so wie seine Eltern (wenn auch aus anderen Gründen) nicht die Möglichkeit haben, ihn zu verstehen. Und gerade bei diesen wird er sich - im Wiederholungszwang - anstrengen, sich verständlich zu machen, das Unmögliche also doch möglich zu machen." Im weiteren Text schreibt sie von einer ihrer Klientinnen, die Zitat: "Ausgerechnet diesem Menschen (einem älterem Mann, der u.a. auch die Psychoanalyse ablehnen musste) schrieb sie (die Klientin A. Millers) lange Briefe und versuchte ihm zu erklären, welchen Weg sie in der Analyse bisher gegangen war. Es gelang ihr, alle Signale seines Befremdetseins zu übersehen, und sie verdoppelte ihre Anstrengungen (......)." (S. 134 f)
An und für sich braucht es hier nicht noch meiner Worte.
Was mir so unendlich wichtig an dieser Passage ist, in Bezug auf Beziehungen, ist die Tatsache, dass man ja die ganze Zeit über ganz fest daran glaubt, beziehungsweise jedes andere Gefühl sofort im Keim erstickt, dass es diesmal die richtige Person ist. Und die Frage, wie kommt amn raus aus der Beziehungsfalle? Wie lernt man sich zu schützen, besser zu wählen, bewusster hin zu schauen und beizeiten für sich etwas einzufordern? |
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Anja
Geschlecht:  Alter: 40 Anmeldedatum: 13.10.2008 Beiträge: 66 Wohnort: Frankfurt/Main
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Verfasst am: 08.11.2008, 10:08 Titel: |
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Hallo Nina,
ich lese diese Buch gerade. Habe es mir Anfang letzte Woche gekauft,und lese es jetzt zum zweiten mal,und versuche alles zu verarbeiten.
Sehr vieles ist absolut treffend,aber gerade diese Passage,die Du zitierst,trifft bei mir so gar nicht,finde ich.
Ich versuche mal ein Beispiel zu geben...............13 Jahre lang hatte ich mit einem Bekannten sehr viel privat zu tun. Verdiente Geld durch ihn,habe für ihn Drogen verkauft. Da das ganze privat, und nicht auf der Strasse stattfand,kam man sich privat auch näher. Also man tauschte Gespräche aus,lernte sich sehr gut kennen. Das lief auch alles recht gut,bis......er seine Freundin verlor. Viel habe ich mir von seinen Launen gefallen lassen,über all die Jahre,denn ich verdiente ja Geld,also habe ich geschluckt. Als er anfing mir zu sagen das er mit mir schlafen will,mich zur Freundin haben will,mir doch alles bieten könne,da überlegte ich.
Und ich brauchte nicht lange um mich zu entscheiden.
Im Grunde genommen mag er nicht verkehrt sein, aber.....er legt Launen an den Tag wie meinen beiden Elternteile,er reagiert dann genauso aggressiv,abweisend,wie meine beiden Elternteile. Er kann liebevoll sein,wie mein Vater,er prahlt mit Geld,wie mein Vater. Er hat viele Ansichten,wie mein Vater. Er verlangt,unbewusst,unterwürfigkeit,wie meine beiden Elternteile. Um das ganze hier abzukürzen,er stellt meine beiden Elternteile in Vollendung dar.
Und gerade *das* hat mich aufwachen lassen. Hat mich abgeschreckt.
Ich brach den Kontakt sofort ab. Bin seitdem aber absolut drogenfrei,habe zwar wenig Geld,lebe am Existensminimum,aber ich habe die richtige Entscheidung getroffen.
Ich brauche ganz bestimmt niemanden der wie meine Eltern ist, und dann mein Leben bestimmt. Das habe ich mir wegen Geld lang genug gefallen lassen. Bin froh das ich das kappiert habe! Und dann sowas auch noch in meinem Bett,auf meiner Couch,in meinem Herzen? *Nein danke*!!!
Ich versuche solchen Menschen gezielt aus dem Weg zu gehen.
Lebe dann lieber weiter allein. Bisher habe ich das auch überlebt. Auch wenn ich diesen Umstand oft gerne ändern würde. Lieber leide ich den Rest meines Lebens darunter.
Meine Eltern haben mir sehr viel genommen. Aber eines nicht....meinen Stolz! Und dafür bin ich,welcher macht auch immer,dankbar. _________________ Ich war was! Ich bin was! Ich werde immer etwas sein! |
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Der Triste
Geschlecht: 
Anmeldedatum: 24.04.2008 Beiträge: 356
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Verfasst am: 08.11.2008, 14:47 Titel: |
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Hallo nina
ich glaub, dass man sich nicht einfach umprogrammieren oder lernen kann. vielleicht sich besser verstehen und innerlich dahin zu schauen was dich an dein verhaltenen bindet.
es vielleicht laut auszusprechen, lautdenken und deinen gefühle nachgehen, wenn du es mitbekommst. sonst gilt es wohl immer wachsam für sich zu sein, für die so leicht vernachlässigten Teilen in dir, die sich ja eh nie melden konnten.
Da ist es ja nicht verwunderlich, dass es nicht so schnell geht, auch für sich selbst gegenüber, da ist ja noch so viel hoffung verbunden es ja doch noch zu schaffen.
Das zitat was du ausgewählt hast kenn ich auch sehr gut ... hat mich damals auch nachdenklich gemacht (leider nur nachdenklich).
Ich glaub ich hab auch vieles einfach weitergemacht, ich merkte es nicht und mekre es oft nicht. naja, ich gestehe mir das heute auch ein bissl mehr ein, das es so passiert. ich kann es ja nicht einfach abstellen oder so. Das ist vielleicht meine wiederhohlung, zu denken ich könne alles an mir umsetzen was "gut" für mich ist was ich so denke oder doch meine mutter netterweise an mir umsetzen will??? |
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Nina
Geschlecht: 
Anmeldedatum: 29.10.2008 Beiträge: 35 Wohnort: Frankfurt a.M.
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Verfasst am: 13.11.2008, 21:54 Titel: Man kann sich nicht umprogrammieren aber lernen |
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Hallo Triste,
man kann sich, bzw. "sein Hirn" doch "umprogrammieren" gewissermaßen, galube ich. Also jedenfalls ist das im MRT nach Psychotherapien nachgewiesen worden.
Aber wie auch immer. Das wach bleiben was Du beschreibst ist sicher das A und O.
Mir bedeutet die Stelle in Alice Millers Buch sehr viel. Es beschreibt eine ungeheure Dramatik und leider habe ich diese immer wieder praktisch erlebt. Man sieht häufig andere Menschen mit dem suchenden Blick eines auf Erlösung hoffenden Kindes an und das macht einen in hohem Maß gefährdet. Dafür kann niemand etwas. Seit ich das aber weiß und wach dafür bleibe, "investiere" ich nicht mehr so viel in mein Gegenüber. Und dabei mache ich dann bessere Erfahrungen. Mir gelingt das lange nicht gut. Aber immer mal wieder und das tut mir gut. |
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Roverandom Gast
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Verfasst am: 14.11.2008, 08:16 Titel: |
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Hallo Nina, hallo Trister,
das WACH bleiben ist aber auch derart anstrengend. Ich meine nun - in dem Sinne - genau abzuklären - ist es nun die "richtige" Person oder ist sie es nicht.
Verlässt mich der Mut, wenn ich zwei-dreimal ein ungutes Gefühl habe?
Dein Beitrag Nina beschäftigt mich- sehr sogar - mehr als mir lieb ist.
Auch deine Wortwahl "investieren" - ich benutzte sie auch - nicht in der Beziehung zu meinem Mann - ich überlegte tatsächlich, inwieweit ich noch tiefere Gefühle für einen Menschen investieren soll - der/die Angst vor zuviel Nähe hat - immer das Gefühl, wenn es zu "nah" wird muss sie/er wegrennen. Nur keinen "nah heranlassen"......das machte Angst.
Dieses Gefühl "bremste" mich bei meinem Gegenüber oft aus und machte mich sehr wütend. .........ich wurde unsicher- es war ne merkwürdige Konstellation..........ich mit meiner Urangst verlassen zu werden - mein Gegenüber mit der Angst Beziehungen einzugehen.
Bei jeder Überlegung haute es mich fast aus den Socken - ich empfand es als ein "in Frage gestellt" werden - was - keine Frage von früher tief in mir sitzt.....(wenn du nicht brav bist, kommst du ins Heim oder in den Keller)..... und ich dachte nur - Menschenskind - was sollen all diese blöden Überlegungen - warum nicht einfach eine Beziehung leben? Denn eine Garantie gibt es doch für niemanden.
- vielleicht interpretiere ich aber einfach nicht logisch......es gibt nach wie vor Passagen von Miller - die erscheinen mir nicht logisch...d.h. ich kann sie wohl lesen, versteh vom Kopf her was sie sagen möchte - es befremdet mich aber...
lG Roverandom |
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Michael Gast
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Verfasst am: 15.05.2009, 18:39 Titel: |
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Ich mußte eben so lachen, als ich das Zitat von Miller gelesen habe "Es gelang ihr, alle Signale seines Befremdetseins zu übersehen, und sie verdoppelte ihre Anstrengungen". Mann oh Mann! Wirklich auf den Punkt gebracht! Ich glaube so ging es mir auch oft, dass ich alle Zeichen übersehen habe, weil ich dachte "das kann nicht sein, dass sie mich nicht versteht". Ich wollte es nicht wahrhaben. Heute habe ich da zumeist Therapeutinnen vor Auge, denen mich genauso verzweifelt versucht habe verständlich zu machen wie bei meiner Mutter.
Das Einzige was mir geholfen hat war, mir meine Mutter ganz genau und schonungslos anzusehen. Seitdem erkenne ich Muttikopien viel schneller als früher. Eigentlich erkenne ich sie jetzt überhaupt erst, früher habe ich sie ja gar nicht erkannt. Das hilft mir dann auch mich schnell zu verabschieden. Mein Motto: ich laufe lieber in offene Arme, als gegen eine Betonwand!  |
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jK Forenleitung

Geschlecht:  Alter: 47 Anmeldedatum: 14.12.2007 Beiträge: 473 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 16.05.2009, 11:01 Titel: |
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Hallo Ihr lieben Menschen hier,
Beziehungsdramen sind echt verdammt schwer zu durchschauen, weil es ja auch so viele Perspektiven darauf gibt.
Ich suche/suchte mir meinen Partner gemäß meiner alten Muster aus, doch genau das macht der Partner ja auch, denn er ist ja auch mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit ein geschlagenes Kind.
So habe ich auch erkannt, daß viele meiner Partner sich (unbewußt) immer sehr darum bemüht haben, mich dazu zu veranlassen, sie zu verlassen (zu demütigen, zu enttäuschen?), auch wenn sie sagten "Ich kann ohne Dich nicht leben".... so haben sie doch anscheined Ihr Drama reinzeniert, was eben dieses Verlassen werden auch beinhaltet....... um sich dann als Opfer (die bekannte Rolle) zu sehen, das wieder einmal nicht verstanden und dann verlassen wurde
Erst seit dem ich die Ursprünge für mein Verhalten/Denken/Fühlen in meiner Kindheit sehe, sehen kann und einen Partner gefunden habe, der dazu auch bereit ist (also bei sich selber hin zu schauen), geht es überhaupt eine halbwegs authentische Beziehung zu führen.
Wenn ich rückblickend auf meine ganzen gescheiterten Beziehungen sehe, dann kann ich sehen, wie sehr ich mich verbogen habe um von meinen Partnern das zu bekommen, was ich als Kind gebraucht hätte.
Ich kann sehen, wie sehr ich darum bemüht war, sie zu verändern/verbiegen um mir dies zu sein, was ich glaubte, daß ich brauche.
Nach meiner letzten Beziehung wurde mir auf einmal schlagartig klar, wie sehr ich mich zu diesem hilflosen und leidenden Kind (mein Partner) hin gezogen gefühlt habe, das er so sehr versucht hat vor allen zu verbergen und selber auf das Ärgste bekämpft hat.
Auf der anderen Seite habe ich in ihm den liebenden, fürsorglichen, schützenden und "starken" Vater gesucht, den ich mir immer noch so sehr wünschte.
Liebe Grüße
jK _________________ Weil das Leben mich liebt,
liebe ich das Leben ...
Durch die "Liebe" der Menschen,
wäre ich fast umgekommen,
im kalten Sturm der Gesellschaft! |
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Nina
Geschlecht: 
Anmeldedatum: 29.10.2008 Beiträge: 35 Wohnort: Frankfurt a.M.
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Verfasst am: 29.05.2009, 22:17 Titel: |
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| Zitat: | | Erst seit dem ich die Ursprünge für mein Verhalten/Denken/Fühlen in meiner Kindheit sehe, sehen kann und einen Partner gefunden habe, der dazu auch bereit ist (also bei sich selber hin zu schauen), geht es überhaupt eine halbwegs authentische Beziehung zu führen. |
Liebe jk,
es ist ja auch nicht zu verdenken, wenn man sich so oft irrt in der Partnerwahl. Wie sollten wir gelernt haben gut zu wählen? Überhaupt zu wählen? Vielleicht ist man eben nicht wählerisch genug gewesen und jetzt, da man seine eigenen Mechanismen in etwa kennt und Dinge bearbeitet hat wird auch erst möglich eine Wahl zu treffen.
Ein Partner der bereit ist, bei sich selbst hinzuschauen......das klingt sehr gut und ich setze nich eine oben drauf: ein Partner, der bereits an sich und mit sich gearbeitet hat und sich auf sich selbst eingelassen hat! So einen suche ich auch noch  |
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Der Exterminator Gast
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Verfasst am: 30.05.2009, 12:10 Titel: |
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Liebe Liebenden,
ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt, der aus einem gewalttätigen Elternhaus kommt und sich dann direkt eine wundervolle Frau gesucht hat. Kleiner Scherz am Rande War bei mir natürlich auch die gleiche Scheisse wie bei allen anderen Menschen. Seitdem ich die Persönlichkeitsstruktur meiner Mutter erkenne, sehe ich wie sehr die Frauen meiner Mutter ähnelten - Freundinnen, Partnerinnen, Therapeutinnen. Ich sehe es ziemlich klar, aber noch nicht restlos alles.
Meine Mutter ist nach eigenen Angaben sexuell mißbraucht worden. Tut aber so, als wäre das überhaupt nicht der Rede wert. Vater gewalttätig, Lehrer gewalttätig und sie vergöttert heute noch ihre Kindheit bzw. ihren Vater. Kein Wunder, dass sie sich so jemand als Mann gesucht hat, wie ihren Vater, meinen Opa. Mein Mein Vater diente ihr der Illsuionserhaltung. Da man aber von einer Illusion nicht satt wird, mußte natürlich etwas Nahrhaftes her - das waren ihre Söhne, meine Brüder und ich. Ich hatte nun die Aufgabe, ihr all das zu geben was sie nicht bekommen hat von ihrem Vater in der Kindheit und auch nicht von ihrem Mann, meinem Vater. Und das nennt man dann emotionaler Mißbrauch. Da meine Mutter aber nicht ganz dicht ist, nennt sie es: ich habe sooooo viel für dich getan. In Wahrheit wäre meine Mutter ohne mich schon längst unter der Erde. Mir ist schon lange bewußt, dass ich mich auch, was meine Wut gegenüber meinem Vater angeht, ihr zu Liebe beherrschen mußte. Denn wäre ich wütend geworden, hätte sie das nur belastet und ihre Verdrängung in Gefahr gebracht.
So und genau diesen Typ Frau hatte ich fast immer. Es gab mittlerweile auch schon mal andere Erfahrungen. Aber die Grundstruktur war mehr oder weniger gleich. Eine Frau, die viel Leid durch Männer erfahren hat, die aber ihre Wut nicht fühlt. Eine Frau die sich emotional nicht wirklich öfffnen kann, die von mir unausgesprochen verlangt, dass ich Wiedergutmachung leiste für die Verletzungen die sie durch andere Männer erlebt hat. Und Schwuppdiewupp: war ich mit einer Mutterkopie zusammen. Fertig ist das gleiche Elend, was ich so gut kenne.
Da ich irgendwann so vor 4 1/2 Jahren keinen Bock mehr darauf hatte, lebe ich nun solo. Das heißt im Klartext, dass ihr ruhig Bruder Michael zu mir sagen könnt. Das ist unter Mönchen so üblich. Ich verzichte aber seitdem sehr gerne, da ich glücklicher ohne irgendeine ausgewachsene Kampfziege leben kann als mit.
Güße von der Geschlechterfront
Euer zölibatär lebender Exterminator Michael |
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tommy
Geschlecht:  Alter: 30 Anmeldedatum: 27.03.2009 Beiträge: 74 Wohnort: bamberg
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Verfasst am: 10.06.2009, 13:22 Titel: |
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Moin Mitstreiter,
(hallo Trister, ich antworte hier schon mal ein bisschen)
Auch bei mir war es so, dass ich mit einem Mädchen engeren Kontakt hatte, die meinen Eltern in einer Beziehung ähnelte. (Das war das Mädel, das mir am Telefon sagte, dass sie mich liebte, während meine Mutter im Nebenzimmer saß und meinte, ich hätte mich "affig" verhalten. Mit 1
Ihre Leistungsorientierung.
Also ich erzählte ihr, dass ich mit meinen Eltern keinen Kontakt mehr haben wollte. (Mit 23) Als Grund nannte ich die Erklärung für schizophren.
Daraufhin meinte sie "Du musst dich doch erst mal beweisen .." - was für ein total bescheuerter Spruch. Er impliziert, dass ich den Verdacht immer erst durch Leistung ausräumen muss.
Naja gut, ich hab sie vorher zwei Mal von der Bettkante gestoßen und Offerten abgelehnt, weil ich spürte, dass mit mir was nicht stimmte. Allerdings war das ganz schön schroff von mir. Tat mir danach leid. Hab ich ihr auch gesagt, und ich hab ihr auch gesagt, dass ich mich eben nicht reif fühlte. Dann endete der Kontakt irgendwann.
Im Nachhinein bin ich froh, dass es nie zu einer Partnerschaft mit ihr gekommen ist, da wir uns über das Thema meine Beziehung zu den Eltern eh immer gestritten hätten, Aussagen wie die oben genannte inbegriffen.
Bis dann,
Thomas |
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nelli
Geschlecht: 
Anmeldedatum: 15.06.2009 Beiträge: 31
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Verfasst am: 16.06.2009, 20:06 Titel: |
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Hallo ihr,
Das finde ich ist das eigentliche drama an unserer kindheit- die auswirkungen heute. dass mit der frage nach dem richtigen- die kenne ich gut. meine erfahrung hat mir gezeigt, dass wenn ich denke, es ist der richtige (bei meinem exfreund hatte ich dieses gefühl ganz deutlich zum ersten mal und wollte zum ersten mal kinder ) dann ist es der "richtige mann" um alte konflikte zu lösen, die unlösbar sind. mein ex war so sehr die verkörperung von meinen eltern, dass es schon grotesk war .... ich hatte anfangs das gefühl, ich müsste sterben und dachte es ist verliebtheit, heute glaube ich dass das gefühl daher kam, dass ich in einer alten rolle aufgewacht bin - das unterdrückte kind dass ich war, voller verstellung und anpassung die er liebte, deshalb hatte es sich wie sterben angefühlt- es war purer selbstverrat. hätte ich kinder mit ihm bekommen, sie hätten mich mein leben lang gehasst. diese starke anziehung kommt immer dann, wenn ich einem mann begegne, der wie meine eltern ist, völlig unfähig zur kommunikation, pervers, evt. etwas gewaltätig, egozentrisch. ich gerate in abhängigkeit dann. ich versuch ihn zu ändern, mit ihm zu reden, was von vornherein natürlich nicht funktionieren kann, ich bemühe mich immer mehr ... das alte spiel bis ich fast zerbreche. sinnlos.
das problem ist die anziehungskraft, und ich hab gemerkt, dass nur wenn ich meine eltern wirklich verabscheue, wenn ich es mir zugestehe, sie zu hassen, auch die bindung an mein expartner verschwindet. erst wenn ich den koknflikt nicht mehr lösen WILL. manchmal kommt das gefühl zurück ... manchmal auch oft.
die einzige glückliche beziehung hatte ich mit einem mann, der solange nicht locker ließ und allen meinen abwehrmechanismen trotzte- was hatte er davon- ich hab ihn fertig gemacht für seine liebe ... betrogen, verlassen, kam zurück -verlassen, kam zurück ... schrecklich. ich hab mich vorher und währenddessen gehasst, doch seine liebe hat mir kraft gegeben (ich hab ihn benutzt) dann hab ich auch begonnen ihn zu lieben. und ihn endgültig verlassen, weil ich mir diese liebe nicht zugestanden habe.
ich glaube, der einzige weg da rauszukommen ist ohne kompromisse zu sich selber stehen, sich selber lieben, sich WEHREN lernen. und die eigenen gefühle schrecklich ernst nehmen. und den tatsachen ins gesicht schauen- wir wurden nie geliebt von unseren eltern und kriegen es nie wieder. keiner kann uns das geben heute, nur wir selber ansatzweise. vieles ging verloren, und wir wurden bedürftig zurückgelassen ohne hoffnung so oft. unser körper erinnert sich und hofft immer wieder, das mit dem richtigen alles in ordnung kommt. mit "dem richtigen" den wir uns nach dem vorbild der eltern aussuchen kann das aber nicht gehen. und wir bleiben hoffnungslos zurück. das ist hart. aber alles andere als die wahrheit führt wieder zu missbrauch.
ach gott, ich hoffe, dass ich das irgendwann auch mal beherzigen werde. bis dahin bleib ich allein. ohne partner. ich will vorsichtig sein.
wisst ihr eigentlich ob alice miller heute in einer "glücklichen" beziehung lebt?
ich wünsche euch, dass ihr es hinkriegt, mir selber wünsch ich es auch. denn wirklich stark fühle ich nur, wenn es in meiner beziehung härter zugeht ... betrüge ich mich damit selbst? ich weiß es nicht. ich stehe auch immer wieder vor der frage- vielleicht ist es mein schicksal, solche partner zu haben, warum nicht, wenn ich nur diese lieben kann ... ich verwechsle liebe also noch immer mit abhängigkeit. nach der letzten beziehung denk ich mir aber- ich will das nicht mehr. mal schaun, wie das weitergehen soll. ich will es wirklich anders. nur verlieben will ich mich schon vorher - nur aus vernunft ist auch blöd.
lg nelli |
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Roverandom Gast
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Verfasst am: 17.06.2009, 18:24 Titel: |
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Hi Nelli,
| Zitat: | | Wisst ihr eigentlich ob alice miller heute in einer "glücklichen" beziehung lebt? |
Ich glaube, sehr viel "Privates" hat sie nie veröffentlicht - was ich gut empfinde - wenn in einer glücklichen Beziehung - dann wohl auch erst wesentlich später - denn sie benötigte ja auch für ihre eigene Aufarbeitung eine gewisse Zeit - ich habe immer sehr stark das Gefühl, dass sie sich in ihrem letzten Buch - selbst beschreibt - Tagebuch einer Mutter -
| Zitat: | | denn wirklich stark fühle ich nur, wenn es in meiner beziehung härter zugeht ... betrüge ich mich damit selbst? | was genau meinst du damit? Ich kann es nicht richtig einsortieren - Härter mit was?
Blumenwiese hat es mal mehr als treffend geschrieben - in etwa so _ man liebt nicht einen Menschen - sondern das Gefühl, welches er auslöst - das ist unglaublich treffend.
Lieben Gruß bis demnächst ich sause mal in Urlaub freu mich irre - auf Natur, See und wahnsinnig hohe Berge!
Bis denn Rover |
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Gast K Gast
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Verfasst am: 05.02.2010, 14:46 Titel: |
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Zur Frage ganz am Anfang: "Wie lernt man sich zu schützen, besser zu wählen, bewusster hin zu schauen und beizeiten für sich etwas einzufordern?"
Wahrscheinlich nur wenn man mit dem Kpof und vor allem auch mit dem Herzen nach und nach begreifen kann, warum man sich einen Partner sucht der einen nicht verstehen kann oder will. Man wiederholt, das was man nicht versteht. Der Kopf ist oft schnell, aber das Herz braucht länger. Und wirklich verstehen kann man doch nur mit beiden. Erst das macht den Verstand aus.
Manche Menschen können ganz genau die Psychodynamik ihrer Partnerwahl benennen und dennoch machen sie immer und immer wieder ihr Leben zur Hölle mit Partnern, die eigentlich gar nicht wollen.
Wenn man nicht mit dem Herzen verstanden hat, dann helfen keine Theorien, keine Bücher, Freunde und Internetforen. |
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Der Triste
Geschlecht: 
Anmeldedatum: 24.04.2008 Beiträge: 356
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Verfasst am: 08.02.2010, 15:27 Titel: |
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Hallo Gast
Ich mag einfach nur zustimmen. _________________ und wenn sie auch die Absicht hat, den Freunden wohlzutun, so fühlt man Absicht, und man ist verstimmt."
"Torquato Tasso" von Johann Wolfgang von Goethe (II,1) |
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