Our Childhood - Unsere Kindheit Dieses Forum wurde nach der Idee von Allice Miller's Ourchildhood Foren gegründet. Hier geht es um die Aufdeckung emotionaler Blindheit, die während der frühen Kindheit durch Misshandlung und Missbrauch entsteht und unser weiteres Leben beeinflusst
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jK Forenleitung

Geschlecht:  Alter: 47 Anmeldedatum: 14.12.2007 Beiträge: 473 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 24.03.2008, 21:23 Titel: Trauma durch Krankenhaus |
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Hallo Ihr Lieben,
ich wollte mir das schon lange mal von der Seele schreiben und versuche es heute mal.
Als ich 5 Jahre alt war, hatte ich einen Unfall, mir fiel eine Eisenstange auf den Kopf und ich war halbseitig gelähmt.
Mir fehlen fast sämmtliche Erinnerungen an den Unfall und die Zeit danach, doch mein Körper und mein Unterbewußtsein hat alles gespeichert und hat mir Signale und Körpererinnerungen an diese grauenhaften Erlebnisse gespeichert.
Einiges weiß ich auch aus Erzählungen meiner Mutter, mit der ich schon oft darüber gesprochen habe.
Mir fiel also diese Eisenstange auf den Kopf, so eine Stange, wo früher die Wäschelleinen drann gespannt waren, an diesen Vorfall kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Aus Erzählungen weiß ich, daß ich wohl auf meinem Dreirad saß und den Kopf zur Seite geneigt hatte und die Zuge hing mir aus dem Mund heraus, das sah eine Nachbarin und hat meine Eltern gerufen (wobei ich mich gerade frage, woher die wußten, daß mir die Stange auf den Kopf gefallen war ...).
Ich habe noch Bilder davon, wie ich in die Arztpraxis getragen wurde und von dort sofort ins Krankenhaus geschickt wurde.
Aus Erzählungen weiß ich, daß meine Eltern im Krankenhaus nicht mit in das Behandlungszimmer hinein druften, meine Mutter erzählte mir, daß ich furchtbar geschrien hätte und mir lange Nadeln vom Hinterkopf aus in das Gehirn gestochen wurden.
Meine Eltern durften nicht zu mir, sie durften mich nur durch eine Glasscheibe sehen, als ich auf der Intensiv Station lag und auch die Tage danach.
Durch Albsträume und Körpererinnerungen weiß ich mittlerweile sicher, daß mir eine Hirndrainage ohne Betäubung gelegt wurde, ich von mehreren Leuten fest gehalten wurde und dieses schreckliche Gefühl, daß "die" in meinem Kopf rum gefummelt haben *schüttel*.
Ich verstehe bis heute nicht, wie man ein 5 jähriges Kind so behandeln kann und scheinbar sicher ist, daß das keine Folgen auf das weitere Leben haben wird.
Mit 13 Jahren wurden ich retraumatisiert, bei einer Mandelnotoperation bin ich aufgewacht, sah mich selber von oben und wie die Ärzte hektisch wurden und ich wieder belebt wurde, bis jemand plötzlich rief "Sie ist wach" ......... ich versuchte hinterher darüber zu sprechen, doch man sagte mir, das habe ich geträumt. Meinen Eltern haben sie berichtet, dass es eine schwere OP war, die ich nur knapp überlebt habe.
Ich habe mir seither nie mehr eine Vollnarkose geben lassen, meine Unterleibs OP (92), bei der mir der gesammte Uterus entfernt wurde, die wurde nur mit einer PDA, ohne Beruhigungsmittel gemacht, nach 2 Tagen bin ich aus dem Krankenhaus abgehauen.
Als ich mit 18 Jahren, wegen einer Tablettenvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurde, da bin ich dort nackt abgehauen und quer durch die Stadt heim gelaufen und wurde von dort aus, wieder von der Polizei in den Krankenwagen verfrachtet und zurück gebracht.
Im Krankenhaus ließ ich mich von keinem anfassen, nur meine Schwester durfte mich waschen und anfassen. Ich kann mich da auch nicht mehr dran erinnern, es gibt nur die Erzählungen meines damaligen Freundes und den Polizeibericht.
Bei den Geburten meiner 5 Kinder, setzten jedesmal die Wehen aus, sobald ich ins K-Haus kam, ich habe nur immer ambulant entbunden.
Krankenhäuser waren mir immer ein Greul und ich wollte dort nie hin.
Ich habe erst vor gut einem Jahr, die Zusammenhänge begriffen und Einiges rekonstruieren können.
Ich habe mir in einem Flash Back, fast den eigenen Schädel an der Wand eingehauen, hatte schwere Hämatome und dabei kamen Bilder an den ersten Krankenhausaufenthalt hoch, wie hilflos ich war, wie ich fest gehalten wurde und dieses Scheiß Gefühl, absolut wehrlos und ausgeliefert zu sein........ wie eine Folter, in totaler Todesangst........ das fühlte sich so Scheiße an und das hatte ich dann mehrmals, bis ich endlich verstand, was damals abgelaufen ist.
So, ich höre jetzt mal auf, wird mir grade zuviel, doch das ist noch nicht alles, denn ich kam nach meinem Krankenhausaufenthalt mit 6 Jahren, dann noch in eine 6 oder 8 wöchige Kur, doch das schreibe ich die Tage mal runter......
Liebe Grüße
jK _________________ Weil das Leben mich liebt,
liebe ich das Leben ...
Durch die "Liebe" der Menschen,
wäre ich fast umgekommen,
im kalten Sturm der Gesellschaft!
Zuletzt bearbeitet von jK am 26.03.2008, 21:07, insgesamt einmal bearbeitet |
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pino
Geschlecht: 
Anmeldedatum: 14.02.2008 Beiträge: 3
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Verfasst am: 25.03.2008, 23:09 Titel: |
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Hallo jK,
ich finde es einfach grauenvoll, was dir im Krankenhaus angetan wurde. Ich selber kann mich nicht in dich hinein versetzen, ich kann mir nur vorstellen wie es sich vielleicht anfühlen könnte.
Es muss schrecklich traumatisierend gewesen sein, ich kann es verstehen das du keinerlei vertrauen mehr in ein Krankenhaus hast.
Wenn ich das so lese, dass deine Eltern nur von aussen zu sehen durften, kann ich mir nicht vorstellen als Mutter es auch so geschehen zu lassen. Ich würde nun sagen, ich würde kämpfe, lass mein Kind nicht alleine dort, bestehe darauf mit rein zu dürfen und das ihm etwas gegen die Schmerzen oder eine Narkose gegeben wird. Das sehe ich allerdings aus meiner heutigen Sicht so, ich weiß natürlich nicht wie die Situation damals war.
Nur kurz meine Gedanken dazu, für alles weitere fehlen mir irgendwie noch die Worte. Vielleicht schaff ich es, irgendwann noch etwas dazu zu schreiben.
Lieben Gruß, pino _________________ "Ich bin frei", sagt die Marionette
und schnitt ihre Fäden ab. |
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jK Forenleitung

Geschlecht:  Alter: 47 Anmeldedatum: 14.12.2007 Beiträge: 473 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 29.03.2008, 01:40 Titel: |
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Hallo Pino,
Dankeschön für Deine mitfühlende Antwort.
Ich habe meine Kinder auch nie alleine gelassen, bin einmal rausgeschickt worden ,aber sofort wieder rein, als das Kind schrie........ vermutlich auch wegen meiner Erfahrungen, leider habe ich dadurch auch Einges bei meinen Kindern genau umgekehrt gemacht, war immer bemüht die Kontrolle zu haben.
Ich war ja als Kind gezwungen meine ganzen Gefühle zu verdrängen, die Wut auf meine Mutter, weil sie mich im Stich gelassen hat, das Gefühl des verlassen seins usw.
Mit meiner Mutter habe ich da schon oft drüber gesprochen, sie wollte halt auch nur "mein Bestes" und hat sich der Autorität der Ärzte nicht getraut zu wieder setzen und denen vertraut.
Was ich halt so scheiße finde, daß mit mir als Kind niemand darüber gesprochen hat, obwohl ich nach der Kur noch viel schlimmer drauf war, als jemals zuvor, doch dazu demnächst noch mehr.
Liebe Grüße
jK _________________ Weil das Leben mich liebt,
liebe ich das Leben ...
Durch die "Liebe" der Menschen,
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im kalten Sturm der Gesellschaft! |
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Anij
Anmeldedatum: 26.01.2008 Beiträge: 33
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Verfasst am: 02.04.2008, 17:54 Titel: |
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Wie grauenvoll, es geht mir so nahe und ich weiß nicht, da ist so ein komisches Gefühl. Das ist sicherlich schrecklich für Dich gewesen, mit 5 Jahren ist man doch noch so klein.
Ich war auch als Kind im Krankenhaus und wenn ich jemanden im Krankenhaus besuche, dann habe ich immer so ein komisches Gefühl und möchte am liebsten weg laufen.
Gruß Anij |
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Rainbow

Geschlecht:  Alter: 30 Anmeldedatum: 13.02.2008 Beiträge: 106
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Verfasst am: 03.04.2008, 06:39 Titel: |
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es ist furchtbar was du erleben musstest und ich kann gut nachvollziehen wie sehr du einen greul gegen krankenhäuser haben musst, wenn dir schon als kind solche erfahrungen zu teil wurden.
bei mir war es eher umgekehrt, ich dachte mir als 8 jährige aus ich hätte dolle Bauchweh, kam wegen verdacht auf Blinddarm ins Krankenhaus und wurde auch Operriert. Für mich war es eine wilkommene Abwechslung im Krankenhaus.
Im nachhinein betrachtet ist es traurig, dass sich ein Kind lieber einer Operation unterzieht als zuhause zu sein *grübel*
gruss
Rainbow _________________ lieben gruss eure
RAINBOW
********************
auf der Suche nach mir... |
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nina Gast
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Verfasst am: 07.10.2008, 06:33 Titel: |
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hallo!
mir ist auch etwas ähnliches widerfahren und ich weiß nicht recht, was ich momentan machen soll, darum möchte ich hier mal schreiben, vielleicht weiß wer rat.
als ich fünf monate alt war, klemmten mir zügerl einen nerv im bein ein und ich mußte fünf wochen ins krankenhaus da ich das bein nicht mehr bewegen konnte. meine eltern durften mich nur durch eine glasscheibe sehen in der zeit. obwohl ich nicht infektionsgefährdet war! mein therapeut hat mir erklärt dass man das so gemacht hab in den siebzigern, damit die kinder schön still sind, werden sie doch depressiv nach kurzer zeit.
ich habe keine erinnerungen an diese zeit, habe jedoch mit anfang zwanzig einen roman geschrieben, indem die hauptperson dann am ende von ihrem vater in einen turm aus glas gesteckt wird.
dann, ich war zwischen 3 und sechs, kann mich nur noch undeutlich erinnern, aber es ist eine erinnerung, das weiß ich bestimmt, lag ich auf dem tisch und meine mutter trocknete blut zwischen meinen beinen ab. es tat weh. später, ich muß über sechs gewesen sein, da wir schon in der neuen wohnung gewohnt haben, hat sich mal zwischen meine beine gegriffen, ich mußte auch immer bei ihr im bett schlafen, wo sie mich umarmt und ich mich eingesperrt und angeekelt gefühlt habe.
ich hatte mich lange jahre sehr von meinen eltern distanziert, war sehr selbstständig und macht quasi alles allein. schon mit zehn jahren stand ich alleine auf in der früh, machte mir mein frühstück und wanderte in die schule.
anfang 2001 kam die erste psychose. da ich 20 kilo zugenommen habe setzte ich die medikamente immer wieder mal ab, hatte rückfälle. 2005 dann der letzte, ich wurde endlich stationär aufgenommen und langsam reintegriert. meine mutter kümmerte sich rührend um mich. sie tat buchstäblich alles. ich durfte wieder bei ihr im bett schlafen, als die depressionen so schlimm waren dass ich sterben wollte, doch sie rührte mich diesmal nicht an. lag bloß neben mir wie meine oma als ich ein kind gewesen bin. irgendwie habe ich meine verlorene kindheit nachholen können, ich konnte ihr verzeihen und kann heute sogar behaupten dass ich sie gerne leiden mag. die mama.
aber dennoch leide ich unter argen darmbeschwerden. ich habe pausenlos druchfälle und manchmal krämpfe. keine ahnung. sicher, ich sollte mal zum arzt gehen, aber ich habe das seit über zehn jahren, wenn es was schlimmes wäre, wäre ich schon mausetot. ich glaube, es ist psychosomatisch.
2005 wurde bei mir paranoide schizophrenie diagnostiziert. mittlerweile bin ich gut eingestellt, habe einen job und einen freund und gute freunde. aber liebe ich meinen freund wirklich? wir sind seit fast 4 monaten zusammmen und langsam kommen mir zweifel. er ist manchmal ziemlich anstrengend. weil er mich so abschaaselt. von oben herab behandelt. mich klein macht, nachäfft. das nervt. manchmal liebe ich ihn heiß, aber manchmal könnte ich ihn am mond schiessen.
seit 04 mache ich eine analyse nach c.g. jung und ich bin mit meinem therapeuten sehr zufrieden. er macht auch in entwicklungspsychologie - aber seit ich die bücher von alice miller verschlinge bin ich mir nicht mehr so sicher - habe ich bloß meine symptome erfolgreich bekämpft oder bin ich wirklich wieder ein aufgewachter mensch? ich bin mir unsicher.
die letzten drei monate hatte ich keinen tag für mich, nur kurze stunden. ich mußte 6 tage die woche arbeiten, das war sehr anstrengend. am sonntag dann wollte mein freund etwas mit mir unternehmen. irgendwie wurde ich wieder paranoid. ich habe die alten ängste hervorgekramt, dass die ganze welt mich hasst. das war schlimm.
bin ich glücklich? manchmal schon, dazwischen halt. dass ist eh mehr als man erwarten kann, nach so einem bisherigen leben.
was ich noch vergessen habe: ich habe zwischen 19 und 25 viel getrunken und gekiffft und geraucht. habe damit auch aufgehört. aber das war sicher mitschuld an den psychosen.
irgendwie denke ich, es läuft alles ziemlich gut. ich vertraue meinem therapeuten. aber die körperlichen beschwerden sind komisch. dass ich nach 3 monaten ohne pause mit alten mustern reagiere ist vermutlich normal.
hmmm. jetzt weiß ich gar nicht mehr, warum ich eigentlich hier schreiben wollte.
mir hat die therapie sehr geholfen, der therapeut hält sich nicht strikt an c.g. jungs vorgaben, er interessiert sich sehr für moderne gehirnforschung und kennt auch alice miller gut. vielleicht habe ich eh glück. vielleicht ist es auch normal, dass ich meinen freund manchmal am mond schiessen könnte. vielleicht habe ich einfach einen reizdarm.
jetzt ufere ich aus.
also gut. dank für die aufmerksamkeit!
schöne grüße
nina |
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jK Forenleitung

Geschlecht:  Alter: 47 Anmeldedatum: 14.12.2007 Beiträge: 473 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 07.10.2008, 10:34 Titel: |
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Hallo nina,
ich denke, meine Krrakenhauserfahrungen als Kind, das war kein Einzelfall. Es ist Dir widerfahren und unzähligen anderen geschundenen Kinderseelen.
Die eomtionale Blindheit läßt die Menschen, die Leiden der Kinder nicht sehen, obwohl es gerade Ärzte und Pflegepersonal besser wissen müßten.
Du hast Schreckliches durchleben müssen und es ist nicht verwunderlich, wenn Dein Körper sich aufbäumt und in Form psychosomatischer Schmerzen auf das erlebte Grauen aufmerksam macht.
Deine Schmerzen können sich auflösen, wenn Du bereit bist, das ganze Grauen anzuschauen und die unterdrückten Emotionen als bewußte Gefühle zu erleben.
Ich wünsche Dir den richtigen Menschen an Deine Seite um aufzuarbeiten.
Liebe Grüße
jK _________________ Weil das Leben mich liebt,
liebe ich das Leben ...
Durch die "Liebe" der Menschen,
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im kalten Sturm der Gesellschaft! |
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nina Gast
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Verfasst am: 08.10.2008, 09:05 Titel: |
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liebe jk,
danke für deine antwort! ich glaube, ich habe den richtigen therpaueten gefunden.
heute konnte ich ohne durchfall auf die toilette gehen! unglaublich. befreiend. ich glaube, irgendwer hat mir weh getan und meine mama hat das theater sauber gemacht. so denke ich es mir. aber meinem vater traue ich sowas nicht zu. man weiß es nicht. ....
vielleicht finde ich es nie raus! meine mama zu fragen trau ich mich nicht, und an was anderes als das blut kann ich mich nicht erinnern.
es ist schon schrecklich, wie mit manchen - den meisten! - kindern umgegangen wird. hofffentlich wächst das bewußtsein langsam. aber ich kann die welt auch nicht ändern, darum ändere ich mich.
liebe grüße und danke!
nina |
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Emo-Girl Gast
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Verfasst am: 03.01.2010, 15:26 Titel: angeborener Herzfehler - Krankenhaustrauma |
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Hallo jK
ich habe auch so etwas ähnliches erlebt.
Ich war ebenfalls 5 Jahre alt, als ich zum zweiten mal am Herz operiert werden musste (das erste mal 2 Monate nach meiner Geburt).
Die Ärtze dort sind mit mir extrem grob umgegangen. Ich hatte panische Angst vor Nadeln und jedes Mal,wenn man mir Blut abnehmen oder ne Spritze geben wollte bin ich regelrecht ausgeflippt,hab um mich geschlagen,geweint,geschrien,gehauen,getreten usw. Und dann wurden jedesmal mind. 5 Schwestern gerufen,die mich festgehalten und angeschrien haben. Die waren so grob,dass ich danach Hermatome an den Oberarmen hatte...
Ich weiß auch noch,dass die mir mal 2 10cm lange Nadeln in den Arm geschoben haben,ohne Vorwarnung. Meine Eltern durften mich nur für ein paar Stunden besuchen und Nachts wenn ich geweint habe,hat sich niemand um mich gekümmert. Eines Abends kam dann ne Schwester zu mir ans Bett und meinte: "Halt die Luft an, ich zieh den Schlauch raus."
Ich hatte keine Chance zu reagieren,da zog die das Ding einfach aus mir raus...(aus der Lunge)
Es hat wehgetan,ich musste würgen und hab geweint aber sie ging einfach wieder.
Das alles weiß ich aus meiner Erinnerung...ich kann mich an fast alles erinnern...leider...
Ich musste bis zu meinem 14. Lebensjahr jedes Jahr zur Kontrolluntersuchung ins Krankenhaus und ich hatte jedes Mal eine wahnsinnige Angst davor.
Wenn ich krank bin,weiger ich mich jedes Mal zum Arzt zu gehen. Ich habe eine solche Panik...
Auch wenn mich jemand festhält,sodass ich mich nicht mehr richtig bewegen kann,dann raste ich regelrecht aus.
Ich versteh einfach nicht, wie die Ärtze einem kleinen 5-jährigen Mädchen sowas antun konnten... |
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jK Forenleitung

Geschlecht:  Alter: 47 Anmeldedatum: 14.12.2007 Beiträge: 473 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 03.01.2010, 16:28 Titel: |
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Hallo Emo-Girl,
es ist einfach empörend und nahezu unfaßbar, was Dir, mir und so verdammt vielen Kindern durch Ärzte angetan wurde und wohl leider noch immer, jeden Tag angetan wird...
Bei mir hat sich im Laufe der Jahre eine ziemlich schlimme Ärzte Phobie mit Meide Verhalten entwickelt, darüber habe ich hier im Forum schon Einiges geschrieben.
Gerade jetzt im Moment ist soviel wieder präsent, denn ich habe mich dazu durch gerungen mein Gebiß machen zu lassen, weil ich nur noch unter Qualen essen kann.
Ich stehe wieder täglich Todesängste durch und es wird nicht besser, sondern immer schlimmer...
Ich habe mir jetzt Hilfe gesucht und hoffe, daß mir mit emphatischer Begleitung eine erneute Re-Traumatisierung erspart bleibt und ich endlich dieses schwere Trauma aufarbeiten kann.
Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und daß auch Du diese schrecklichen Erfahrungen soweit verarbeiten kannst, daß es Dir gelingt im Krankheitsfall zum hoffentlich einfühlsamen Arzt zu gehen.
Liebe Grüße
jK _________________ Weil das Leben mich liebt,
liebe ich das Leben ...
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aliveless

Geschlecht:  Alter: 26 Anmeldedatum: 30.12.2009 Beiträge: 2
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Verfasst am: 03.01.2010, 23:36 Titel: |
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Hallo,
es ist einfach unvorstellbar was in unseren Krankenhäusern und generell bei Ärzten mit Menschen gemacht wird. Mir sind beim Lesen dieses Threads fast die Tränen gekommen. Stellt euch diese kleinen Kinder vor, ausgeliefert an abgestumpfte, gefühlslose Ärzte und Krankenschwester und das schlimmste daran ist, die Eltern lassen das alles zu. Warum machen wir das? Warum glauben so viele Menschen immer noch an die Autorität der Ärzte? Was soll an denen besser sein? Mein Kind würd ich keine 5 Minuten mit diesem Ärtzevolk alleinlassen.
Ich habe bisher Glück gehabt und musste tatsächlich trotz einer chronischen Magendarmerkrankung nie in ein Krankenhaus und bin selbst nicht traumatisiert (bis auf unzählige Kontrolluntersuchengen die ich aber wohl noch verdränge), hab aber schon die grauenvollsten Geschichten gehört und auch mit meiner Freundin miterlebt.
Nun habe ich aber auf Grund meiner Erkrankung Beschwerden wobei mir von den meisten Ärzten zur OP geraten wird. Aber ich hoffe immer noch, dass sich das von alleine legt wenns mir mal psychisch über längere Zeit gut geht, was zur Zeit eigentlich auch so ist.
Aufjedenfall habe ich große Angst vor Krankenhaus und OP und verstehe sehr gut wie es euch dabei gegangen sein muss, vor allem als Kind wenn man sich nicht wehren konnte und so ausgeliefert war.
Ich wünsche dir jK, nina und Emo-Girl, dass ihr irgendwann diese Traumatas verarbeiten könnt.
Wenn ich könnte würde ich das kleine Kind das ihr mal wart in den Arm nehmen, trösten und über all diesen Schmerz weinen.  _________________ Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
- Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz |
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Lilly Gast Gast
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Verfasst am: 24.01.2010, 23:58 Titel: Noch eine Geschichte |
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| Ich würde Euch gerne meine Geschichte erzählen. Ich wurde mit 5 Jahren notfallmäßig in ein Krankenhaus eingeliefert, was mein ganzes Leben ändern sollte. Es waren 4 Wochen. Und ich kann mich nur noch an Bruckstücke erinnern, obwohl ich viele Dinge vorher und hinterher sehr detailliert weiß. Ich weiß nicht, was da geschehen ist, ich bin mir aber sehr sicher, daß etwas geschehen ist. Meine Eltern durften nur zu bestimmten Besuchszeiten kommen und erfuhren nur selten, was man mit mir gemacht hatte (es waren die 70er). Und es wühlt und kämpft und arbeitet bis heute in mir. Ein Teil von mir ist da nie rausgekommen. Und ich habe nie angefangen, zu leben, nur, zu überleben. Als ich endlich rauskam, war ein anderer Mensch an meine Stelle getreten. Ich hatte Zwänge (waschen, weil ich so beschmutzt bin und ich hatte immer das Gefühl, etwas Böses sitzt in mir, das ich vertreiben muß), ich hatte immer das Gefühl, ich dürfe irgendwas nicht erzählen, weil sonst ganz schrecklich schlimme Dinge passieren und ich habe mich seitdem nie mehr geliebt gefühlt, was die Leute in meiner Umgebung natürlich sehr verletzt (habe ich nie geschnallt). Ich konnte nie vertrauen, ich konnte nie Nähe empfinden. Ich war scheißenallein. Und ich habe mehr als 30 Jahre gebraucht, um zu merken, daß ich nicht verrückt oder bösartig bin. Ich habe gekratzt und gebissen und getreten, sobald mir jemand "zu nahe" kommt. Und geweint, weil mich niemand lieb hat. Es hat so lange gedauert, bis ich an diesem Punkt war. Und ich habe Angst. Angst vor der Zukunft, immer wieder alles zu verlieren, weil ich in meiner Todesangst um mich schlage. Und ich würde mich so gern erinnern. Danke fürs Zuhören. |
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jK Forenleitung

Geschlecht:  Alter: 47 Anmeldedatum: 14.12.2007 Beiträge: 473 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 04.02.2010, 18:24 Titel: |
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Liebe Lilly,
es ist schrecklich, daß Du im Krankenhaus so schlimm traumatisiert wurdest.
Ich weiß selber nur all zu gut was das bedeutet und welch verheerenden Folgen das auf mein ganzen Leben hat.
Doch ich denke, daß dort nicht allein die Wurzeln für Deine heutigen Probleme liegen.
Was ist mit Deinen Eltern, wie haben sie auf Deine Veränderung reagiert, wurde versucht Dir in irgend einer Art und Weise zu helfen, oder wurdest Du von ihnen im Stich gelassen?
Liebe Grüße
jK _________________ Weil das Leben mich liebt,
liebe ich das Leben ...
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Lilly-Gast Gast
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Verfasst am: 17.02.2010, 14:24 Titel: |
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Hallo,
erst waren es meine Eltern und meine Familie, später dann Freundinnen und Freunde und noch später Partner, sie haben sich in den meisten Fällen ganz rührend um mich bemüht. Und ich hab immer dicht gemacht. Nicht näher als 3 m, aber auch nicht weiter als 10 m entfernt. Es war eine Qual, nicht nur für mich, sondern auch für alle, die mir ihr Herz schenken wollten. Und ich hab ständig geglaubt, sie verabscheuen mich alle. Weil ich ein so schmutziges und unwürdiges Ding bin. Und es hat so lange gedauert, diesen Mechanismus zu begreifen . |
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